Scenography / Stage

K

nach dem Roman "Le ParK" von Bruce Bégout, diaphanes Verlag

Premiere: 8.April 2012 | 16.30 Uhr | Maxim Gorki Theater | Osterfestival | Berlin

Regie: Moritz Riesewieck / Choreographie: Magda Korsinsky
Bühne: Gabriele Vöhringer / Kostüme: Miriam Marto
Dramaturgie: Agnieszka Fietz / Musik: Simon Höher
Regieassistenz: Lukas Rosenhagen
Text: Moritz Riesewieck & Ensemble

Fotos: Matthias Fritsch, Kara Murat Bay

mit:
Jerry Hoffmann, Nico Ehl, Moritz Kienemann, Johannes Hendrik Langer, Katherina Sattler, Katharina Schröder, Christophe Vetter

In der schrillen Groteske, die die junge Compagnie Laokoon beim Osterfestival als Vorpremiere zeigt (Uraufführung für September geplant), ist Berlin ein Park. Nicht irgendeiner, versteht sich.

K ist (laut Selbstanzeige seiner Besucher, nicht etwa eines Werbeprospekts, der längst überflüssig geworden ist) die "sensationelle Architektur des Konjunktivs"©, die alles in sich vereint, was an menschlichen Erfahrungen vorstellbar ist. So kann Berlin aka K in diesem objektiv richtigen Gedankenexperiment etwa zugleich als Wildgehege, Flüchtlingscamp, Kirmes, Puff und Bürgerkriegsschauplatz aufwarten. Grauen, Abscheu, Vergnügen und Lust sind hier austauschbar. Selbstverwirklichung, Beinahtoderfahrung oder Liebe werden in K nicht wie im „echten Leben“© zum Konsum „bereitgestellt“. Im Sinne eines Netzwerks werden Freude, Trauer, Wut und Angst vielmehr von den Besuchern Ks ständig selbst neu erzeugt, verkehrt und umgestylt. In dieser „schonungslosen, aber wahren“® Analyse der "Rummel" des jungen Berlins ist der Einzelne auf der Suche nach Emergenz zugleich Schöpfer und Nutzer eines Erlebnisparks, der jede menschliche Regung zu seinem totalen Programm erklärt. Die Entscheidung, wer Zugang zu den Attraktionen (so called) erhält, richtet sich im selbstgesteuerten K gerechterweise einzig nach der individuellen Produktivität.

Mit der Vision Ks zeichnet die Gruppe Laokoon das Bild einer Stadt, deren größte Errungenschaft, die Freiheit, zum Paradoxon zu werden droht. Wenn die Freiheit zur Sucht wird, ist der Weg zur Freiheit dann nicht ihr Entzug?